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Litigation-PR, Justizkontakte und anständige Menschen…

Patrick Minar, Gründer und Partner der auf Litigation-PR spezialisierten Kommunikationsagentur Schneider/Minar/Jenewein Consulting in Wien, wehrt sich gegen das Bild, das die Zeitung „der standard“ in Österreich von Litigation-PR zeichnet. In einem Beitrag über die Protagonisten in einem Korruptionsfall [1] schreibt das Blatt: „Einer ihrer Tätigkeitsbereiche ist Litigation PR; sie beraten Anwälte und unterstützen ihre Strategien. Kurzum: Die Ex-Justiz-Mitarbeiter vermarkten ihre Kontakte.“
Minar korrigiert die Auffassung des Journalisten in einem Leserbrief [2]:
„Das Auftreten von Litigation-PR-Profis ist das Ergebnis der vernetzten Mediengesellschaft von heute, die eine ungemein breite Einbindung der Öffentlichkeit in juristische Auseinandersetzungen hervorgebracht hat. Faksimilierte, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Unterlagen in Wochenmagazinen gehören hier ebenso dazu wie Liveberichterstattung aus Gerichtsverhandlungen oder Ankündigungen von Hausdurchsuchungen an Journalisten.
Vorbei sind die Zeiten, als es nur vereinzelte Enthüllungsjournalisten und Gerichtsreporter gab, die die Öffentlichkeit gefiltert mit Informationen versorgten. Heute ist es wesentlich einfacher, Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen, womit jeder publizistisch Tätige zu einem Meinungsbildner pro oder contra einen Mandanten werden kann. Längst hat sich die Öffentlichkeit somit zu einem zweiten „Gerichtshof“ entwickelt, in dem Auseinandersetzungen geführt werden müssen, um einen „Freispruch“ auch in der öffentlichen Meinung zu erhalten.“

Dass das Feld der Litigation-PR jedoch noch immer ein für Teile der Öffentlichkeit „zwielichtiges“ Terrain darstellt, beweist der Kommentar [3] einer der Leser von Minars Stellungnahme. Unter dem Pseudonym p1234 schreibt er: „Anständige Menschen brauchen keine Litigation-PR, und anständige Justizbeamte wechseln auch nicht in die Litigation-PR.“