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Fünf Fragen an Wolfram Schrag (Bayerischer Rundfunk), Reporter & Autor

30. September 2009 | Autor: Gastblogger | Keine Kommentare Artikel drucken

Wolfram Schrag1. Frage: Wie erreicht ein Anwalt am ehesten eine positive (Medien)-Aufmerksamkeit für seinen Mandanten?

Durch nachhaltige Kommunikation, d.h. (Hintergrund-) Gespräch, Interview. Häufig schon dadurch, dass der Anwalt für schnell produzierende Medien überhaupt erreichbar ist und ein Statement gibt. Wichtig ist, dass er Sachverhalte erklärt, die Argumente der anderen Seite mit einbezieht, einen Weg durch das juristische Dickicht bahnt.

2. Frage: Was sollte er auf keinen Fall versuchen?

Es geht um den Mandanten, um den Sachverhalt, durch den ein Medieninteresse hervorgerufen wird. Es geht nicht primär um den Anwalt. Das sollte er wissen und das Mandat nicht zur Befriedigung der Eigen-PR missbrauchen.

3. Frage: Wer kommuniziert besser: Rechtsanwalt oder Staatsanwalt?

Prinzipiell fällt Anwälten die Kommunikation leichter, da sie auf keine Hierarchien Rücksicht nehmen müssen. Sowohl Rechtsanwälte als auch Staatsanwälte sind heute jedoch insgesamt viel professioneller geworden. Die Angst vor dem Mikrofon ist immer seltener spürbar. Allerdings kann der beste PR-Beauftragte einer Staatsanwaltschaft oder eines Gerichts seine Arbeit nicht gut machen, wenn Abteilungsleiter ihm nicht zuarbeiten, eigene PR betreiben oder die Nichtweitergabe von Informationen mit der richterlichen Unabhängigkeit verwechseln.

4. Frage: Lassen sich Richter von einer Medienberichterstattung in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen?

Medien beeinflussen auch den Richter. Wenn er das weiß, kann er versuchen, unabhängig davon seine Entscheidung zu treffen. Viel häufiger spürbar ist, wenn im Prozess „für die Presse“ argumentiert wird. Da kann es auch recht peinlich werden.

5. Frage: In welchem konkreten Fall hätten Sie dazu geraten, Litigation-PR-Experten einzusetzen?

Als Journalist erlebt man die „perfekte PR-Begleitung“ ebenso wie den Kommunikations-GAU. Entsprechend haben die Verantwortlichen bei der Übernahme eines Mandats oder der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens das Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als Punkt berücksichtigt oder nicht.

Über Wolfram Schrag

Wolfram Schrag arbeitet als Reporter, Autor und Referent. Er ist seit 1996 Mitarbeiter in der Hörfunkabteilung „Wirtschaft & Soziales“ beim Bayerischen Rundfunk in München. Er ist Autor des Buches „Medienlandschaft Deutschland“.

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