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Fünf Fragen an Lutz Wilde, Redakteur „Recht & Leben“ der Zeitschrift Finanztest

9. Februar 2010 | Autor: Gastblogger | Keine Kommentare Artikel drucken

Lutz Wilde1. Frage: Wie erreicht ein Anwalt am ehesten eine positive (Medien-)Aufmerksamkeit für seinen Mandanten?

Indem er den Medien einen Fall anbietet, der einerseits spannend ist und andererseits ein Rechtsproblem behandelt, dass möglichst viele Menschen betreffen könnte. Wichtig ist zudem, dass die Mandanten selbst öffentlichkeitsfreudig sind. Viele Medien berichten nur, wenn in der Geschichte auch die Betroffenen „stattfinden“.

2. Frage: Was sollte er auf keinen Fall versuchen?

Der Anwalt sollte es vermeiden, durch vielfaches Nachfragen in der Redaktion eine Veröffentlichung zu „erzwingen“. Wenn die erste Presseaussendung Hand und Fuß hatte, kommt die Geschichte von allein. Wenn ständig das Telefon klingelt, macht der Redakteur am Ende genervt – gar nichts.

3. Frage: Wer kommuniziert besser: Rechtsanwalt oder Staatsanwalt?

Es sind in der Regel die Rechtsanwälte, mit denen der Dialog (auch „unter 3“) leichter fällt. Allerdings habe ich auch schon mit Staatsanwälten gesprochen, dieeine Berichterstattung sehr engagiert befördert haben. Ich glaube aber, dass hier noch mehr möglich ist.

4. Frage: Lassen sich Richter von einer Medienberichterstattung in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen?

Das ist eine Frage, die Richter sicherlich am besten beantworten können. Ich vermute, dass Berichterstattung insoweit beeinflusst, als dass sie den Richter in jeder Hinsicht sensibler macht. Dass die Berichterstattung einen ganz bestimmten Prozessausgang „herbeischreibt“, wird wohl selten geschehen. Hier wissen ausgewiesene Gerichtsreporter sicher mehr.

5. Frage: In welchem konkreten Fall hätten Sie dazu geraten, Litigation-PR-Experten einzusetzen?

Im Interesse jener Mandanten in einem Strafverfahren, die durch unzulängliche Berichterstattung mit Vorverurteilung zu kämpfen haben, ist Litigation-PR sicher immer wieder mal ratsam. Konkret fällt mir nur der Fall „Marco“ ein – wobei ich glaube, dass hier tatsächlich auch Kommunikationsprofis am Werk waren.

Über Lutz Wilde

Lutz Wilde ist 41 Jahre alt und Redakteur im Ressort „Recht & Leben“ der Zeitschrift Finanztest. Zuvor hat er viele Jahre vor allem für den ARD-Hörfunk sowie Deutschlandfunk und DeutschlandRadio gearbeitet.

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Lesen Sie weitere Antworten auf diese Fragen von Journalisten, Autoren und Medienmachern in unserer Kategorie: „5 Fragen an…“

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